Der IDAHOBITA+, der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit, ist ein wichtiger Anlass, um über Sichtbarkeit, Sicherheit und Zugehörigkeit in unserer Gesellschaft zu sprechen. Und zwar auch und gerade für Kinder und Jugendliche. Denn Diskriminierung beginnt nicht erst im Erwachsenenalter.
Was junge Menschen über Geschlechterrollen, Körper, Liebe und Vielfalt lernen (oder eben nicht), prägt ihr Selbstbild, ihr Miteinander und ihr Verständnis von Gerechtigkeit. Kinder- und Jugendbücher können dabei eine entscheidende Rolle spielen. Sie zeigen Weltbilder, vermitteln Normen und haben das Potenzial, Räume zu öffnen, in denen sich Kinder und Teens in ihrer Einzigartigkeit gesehen fühlen.
Bücher, die Vielfalt selbstverständlich mitdenken, stärken nicht nur queere Personen, sondern alle. Denn sie vermitteln, dass Unterschiede uns nicht trennen, sondern verbinden.
In diesem Beitrag stellen wir euch deshalb ausgewählte Kinder- und Jugendbücher zum IDAHOBITA+ vor, die queere Perspektiven aufgreifen, mit Rollenklischees brechen oder Selbstbestimmung in den Mittelpunkt rücken - und damit einen wichtigen Beitrag für mehr Sichtbarkeit, Empathie und Akzeptanz leisten.
Was ist IDAHOBITA+?
IDAHOBITA+ ist der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit. Jedes Jahr am 17. Mai wird weltweit an diesem Tag auf die Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt aufmerksam gemacht, die queere Menschen noch immer tagtäglich erfahren - in unserer Gesellschaft, in den unterschiedlichsten Institutionen, am Arbeitsplatz, in Bildungseinrichtungen und nicht zuletzt im eigenen familiären Umfeld.
Das Datum wurde bewusst gewählt: Am 17. Mai 1990 strich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität offiziell aus dem Diagnoseschlüssel psychischer Krankheiten. Ein wichtiger Meilenstein - und gleichzeitig der Anfang einer langen, noch immer andauernden Arbeit gegen strukturelle Diskriminierung.
IDAHOBITA+ ist also mehr als nur ein Gedenk- oder Aktionstag. Er ist Teil einer Bewegung, die sichtbar macht, wo queere Lebensrealitäten bis heute unsichtbar sind, systematisch ignoiert oder angegriffen werden. Denn in großen Teilen der Welt ist Homosexualität noch immer strafbar. In vielen Ländern, auch in europäischen, geraten trans und nichtbinäre Menschen durch Gesetzesverschärfungen unter massiven Druck. Auch in Deutschland sind Gewalt, Mobbing und Diskriminierung gegen LGBTQI-Personen nach wie vor Realität, und zwar oft auch in Räumen, die eigentlich sicher sein sollten: Schulen, Kitas, Familien, Jugendeinrichtungen, Gesundheitssysteme.

5 Kinderbücher zum IDAHOBITA+
IDAHOBITA+ fordert: Wir dürfen nicht wegsehen. Wir müssen zuhören, sichtbar machen, handeln. Gerade im Kontext von Aufklärung, Bildung und Elternschaft ist dieser Tag ein wichtiger Anstoß zur Selbstreflexion: Welche Körper und Identitäten zeigen wir Kindern? Welche Fragen lassen wir zu? Welche Vorbilder sind und unterstützen wir? Und wie sorgen wir dafür, dass queere Kinder, Jugendliche und Familien nicht nur „mitgemeint“, sondern aktiv geschützt, bestärkt und sichtbar sind?
Einzigartig
Die Suche nach einem Platz im Leben fängt für Kinder schon früh an. Was ist, wenn die anderen Kinder sie nicht mögen? Um sie dabei zu unterstützen, können wir ihnen eine Botschaft gar nicht oft genug mit auf den Weg geben: Du bist perfekt so, wie du bist! In diesem witzig illustrierten Bilderbuch lernen Kinder, dass es sich nicht gut anfühlt, wenn wir uns für andere verstellen – und dass sie niemals alleine sind, solange sie sie selbst sind.
In „Einzigartig“ von Cale Atkinson träumt das kleine Puzzleteilchen Oliver vom ganz großen Abenteuer: Passt er in die riesigen Tentakeln eines Piratentintenfisches? Oder gehört er zum fantastischen Einhorn im funkelnden Weltall? Doch wo er auch hinkommt, fühlt er sich fehl am Platz. Zu klein, zu bunt, zu rund! Oliver verbiegt und verstellt sich, bis die anderen Teile ihn endlich aufnehmen. Doch was ist schön daran, dazuzugehören, wenn er nicht so sein darf, wie er ist?
Lustig erzählt und mit leuchtend bunten Illustrationen stärkt Olivers Geschichte das Selbstvertrauen und ermutigt alle Kinder, ihre eigene Einzigartigkeit zu lieben!
Queer Joy
Feiern wir queere Lebensfreude!
In diesem großartig illustrierten Buch feiert die bekannte Illustratorin Jess Vossesteig die ganze Bandbreite queerer Lebensfreude: Mit klaren, simplen und doch tiefgründigen Botschaften stärkt, bestätigt und zelebriert dieses tolle Buch queere Menschen in ihrem Dasein.
Jede Aussage ist eine Erinnerung daran, dass niemand auf dem eigenen Weg alleine ist, dass jede Stimme zählt und jede queere Existenz ein Akt des Widerstands ist.
Großartig als Geschenk für sich selbst und andere liebe Menschen und ein absolutes Schmuckstück in jedem Bücherregal.
Mehr als binär
„Mehr als binär“ ist ein Buch, das uns einlädt, über die Kategorien Mann und Frau hinaus zu denken. Kraftvoll und offen spricht Alok Vaid-Menon über das binäre Geschlechtersystem, den Weg zur eigenen Identität und die Vorurteile und Vorwürfe, mit denen sich gendernonkonforme Menschen jeden Tag konfrontiert sehen.
„ALOKs Arbeit und dieses Buch sind eine riesige Bereicherung für alle Menschen und inspirierten mich wie kaum etwas zuvor.“
Avi Jakobs – Beauty Expertin
„Nur mit der Überwindung des binären Geschlechts können wir das Patriarchat besiegen. ALOK zeigt uns in einer behutsamen, radikalen und poetischen Weise, wie es geht.“
Emilia Roig – Speakerin, Autorin, Beraterin
„Sich selbst zu finden, bedeutet meist, sich vielen Fragen zu stellen. Dieses Buch kann dabei ein Leitfaden sein – mit Empathie und einem warmen Herzen.“
Strify – Sänger, DJ & Influencer
Fazit
Queere Sichtbarkeit beginnt nicht erst in der Politik oder im Erwachsenenleben, sondern in der Sprache, den Geschichten und den Bildern, die Kinder und Jugendliche täglich sehen und hören. Bücher, die Vielfalt und Selbstbestimmung selbstverständlich mitdenken, sind dabei ein zentraler Bestandteil von zeitgemäßer Bildung und empathischer Begleitung.
Zum IDAHOBITA+ erinnern wir uns daran, wie wichtig es ist, Räume zu schaffen, in denen alle Menschen sich wiederfinden können, unabhängig von Geschlecht, Körper, Familie oder Identität. Denn was Kinder und Jugendliche heute über sich und andere lernen, entscheidet mit darüber, wie inklusiv unsere Gesellschaft morgen wirklich ist.



















